Crowdfunding wird für den Journalismus immer wichtiger

Mit 1,74 Millionen US-Dollar wurden im vergangenen Jahr 173 journalistische Crowdfunding-Projekte auf Kickstarter finanziert. 2009 waren es noch knapp über 49.000 US-Dollar. Hinzu kommen all die anderen Crowdfunding-Plattformen, einige davon ausschließlich für den Journalismus. Eine davon ist Beacon, die den Fokus von einzelnen Journalisten oder Gruppen stärker auf breite Themen gelegt hat. Zudem kooperieren einige […]

Perspective Daily: Konstruktiver Journalismus statt Depri-Medien

Drei junge Wissenschaftler wollen derzeit mithilfe von Crowdfunding ihr Projekt „Perspective Daily“ verwirklichen. Ihr Ansatz? Konstruktiver Journalismus statt depressiv machenden Medienberichten über Finanzkrisen und Terrorismus. Perspective Daily will aufzeigen, dass Medien mehr als nur skandalisieren zusammenhanglos berichten, und Beispiele für lösungsorientierten Journalismus verlinken. 12.000 Unterstützer, die jährlich 42 Euro zahlen, brauchen die Gründer.

Kickstarter startet in Deutschland

Die Crowdfunding-Plattform Kickstarter gab ihren Deutschland-Start bekannt: Projekte können ab sofort eingestellt werden, Finanzierungen sind ab dem 12. Mai möglich. Die sehr Kultur- und Design-interessierten Deutschen gehörten bisher zu den aktivsten Unterstützern der internationalen Plattform, sagte CEO Yancey Strickler.

Contributoria und Patreon finanzieren Journalisten

“Spannende Alternativen zu etablierten Finanzierungsmodellen bieten beide Ansätze”, sagte torial-Autor Tobias Lenartzüber die Crowdfunding-Plattformen Contributoria und Patreon. Contributoria komme mit seinem Abo-Modell Lesern und Journalisten entgegen. Patreon fokussiere auf Video-Journalisten, die unabhängig von werbefinanzierten Reichweitenmodellen sein wollten.

Beacon ermöglicht Crowdfunding für Journalisten

Die speziell für Journalisten konzipierte Crowdfunding-Plattform Beacon fokussiert sich nicht auf die Story, sondern auf die Journalisten dahinter, sagte Laura Blasey von American Journalism Review. Ein Monatsbeitrag von fünf US-Dollar helfe, favorisierte Autoren zu finanzieren. Journalismus-Crowdfunding sei schwieriger und habe eine höhere Nichterfolgsquote als anderen Projekte.

Mit Crowdfunding gegen die reiche Industrie

Crowdfunding ist als Finanzierungsfom im Journalismus sehr wichtig; auch für die Gesellschaft, wie das “Tar Sands Reporting Project” zeigt: Durch die Unterstützung auf Kickstarter war es Journalisten vom Vancouver Observer möglich, wochenlang zu Kanadischen Ölsanden zu recherchieren, filmen und schreiben. “Es ist ein Informationskrieg. Wir gegen die reichste Industrie”, sagte Autorin Naomi Klein.

Pebble Time: Erneuter Kickstarter-Erfolg

Während Analysten dem Start der Apple Watch entgegenfiebern, wird Pebbles neueste Smartwatch schon vor dem offiziellen Start zu einem großen Erfolg: Bereits über 17 Mio. US-Dollar hat Pebble auf Kickstarter eingesammelt. Dafür gibt es auch Kritik: Pebble nutze Crowdfunding lediglich als Vorverkauf und PR-Maßnahme, schreibt Jillian Koskie.

Digital Native macht innovatives Printprodukt

Mit dem Bookazine SHIFT, das per Crowdfunding finanziert werden soll, sorgt Journalist Daniel Höly für Aufsehen. Der 28-Jährige hat zuvor mit creedoo das Unternehmen dazu gegründet und den Bayerischen Printmedienpreis in der Kategorie Innovation gewonnen. Bis zum 11. März will er 12.500 Euro per Crowdfunding auf der Plattform Startnext einsammeln.