Apple Pay startet in Deutschland – LaterPay-Gründer über die Vorteile für Verlage

In seinem Gastbeitrag auf Meedia erklärt LaterPay-Gründer Cosmin Ene die Vorteile für Verlage. Neben Datenschutz (Apple Pay sammelt keine persönlichen Daten und weiß nicht, wer was kauft) und Convenience (mit dem Smartphone zahlen) sieht Ene für Publisher vor allem eine große Chance: Der Spontankauf von digitalen Produkten wird mit Apple Pay enorm erleichtert. Ein Leser kann damit eine Ausgabe oder einen Einzelartikel kaufen, ohne dass dabei sein Nutzererlebnis merkbar unterbrochen wird. Eine junge Zielgruppe, die schnell, einfach und vor allem mobil Verlagsangebote kaufen will – mit Apple Pay rückt sie wieder näher an journalistische Digitalangebote heranA.

Deloitte-Media-Studie: zunehmende Beliebtheit von Paid Content und Einzelartikelkauf

Die neueste Deloitte Media Consumer Survey ist da. Eine besonders interessante Entwicklung ist die steigende Beliebtheit von Paid Content-Inhalten (sowohl bei Abo- als auch bei Einzelartikelverkäufen). Nach der Studie – für die etwa 2000 Verbraucher in Deutschland zwischen 14 und 75 Jahren befragt wurden – sind die Abonnementzahlen von digitalen Zeitungen in den letzten beiden Jahren um 35 Prozent gestiegen (von 33 auf 44 Prozent). Der Kauf von Einzelartikeln hat sogar noch deutlicher an Beliebtheit gewonnen: hier beträgt der Zuwachs im Vergleich zu 2016 sogar 50 Prozent (von 10 auf 15 Prozent). Besonders jüngere Leser zwischen 25 und 44 Jahren kaufen am häufigsten Einzelartikel – vornehmlich aus Fachzeitschriften. „Attraktive Inhalte verschwinden immer öfter hinter der Paywall, und Konsumenten sind zunehmend willens, für diese auch zu zahlen. Die lange verbreitete Gratiskultur im Netz weicht langsam, aber stetig einer substanziellen Zahlungsbereitschaft“, kommentiert Klaus Böhm, Leiter des Bereichs Media & Entertainment bei Deloitte, die Ergebnisse der Studie.

Facebook: Kostenpflichtige Nachrichten-Abos ab Oktober 2017

Facebook plant eine Bezahlschranke für Inhalte kooperierender Verlagspartner: die Funktion soll auf die bestehenden „Instant Articles“ aufsetzen, nach dem Konsum von zehn kostenfreien Artikeln greifen und beginnend ab Oktober 2017 mit einer Testphase eingeführt werden. Ab 2018 könnte das Angebot dann global ausgerollt werden. Der Konzern gibt damit endgültig dem Drängen der Verlage nach Einführung von Abo-Produkten auf der Plattform nach.

Google-App startet mit intelligenter Themen-Anzeige

Innerhalb der offiziellen Google-App (iOS, Android) führt der Konzern einen neuen Nachrichten-Feed ein: Nutzer werden automatisiert und nach ihren opersönlichen Interessen mit Nachrichten bzw. Informationen versorgt. Im Karten-Layout erscheinen so Nachrichten, Sport-Infos, Videos, Musik sowie Hintergrundstories. Nutzer, die mit ihrem Google-Konto angemeldet sind, werden dabei mit Infos aus allen Google-Produkten versorgt, so unter anderem der Google-Suche. Der Rollout der Funktion startete bereits in den USA und dürfte nach und nach global verfügbar sein.

Juiced: Vom Onlinemagazin zum Onlineshop für Indie-Magazine

Das einstige Onlinemagazin Juiced hat sein Geschäftsmodell radikal auf den Kopf gestellt: Seit Juli fungiert Juiced als Onlineshop für Independent Magazines mit journalistischem Anspruch. Zehn Zeitschriften sind zum Start mit dabei, darunter Die Epilog, FROH!, Kater Demos, Rosegarden sowie die preisgekrönten Magazine SHIFT und WASD. Weitere Zeitschriften sollen in den kommenden Wochen hinzukommen. Mit diesem Schritt wolle Gründer Daniel Höly die Indie-Publishing-Szene stärken und zur journalistischen Meinungsvielfalt beitragen.

Journalismus-Startup Merkurist erhält Millionen-Förderung

Merkurist erhält weitere 1,5 Mio. Euro von seinen Investoren. Das Mainzer Start-up legt seit 2015 seinen Fokus auf Lokaljournalismus und stellt den Leser dabei in den Mittelpunkt: Registrierte Leser schlagen Themen vor und stellen diese zur Abstimmung. Mit den neuen Finanzmitteln soll die Technologie in Deutschland weiter ausgerollt werden. Man habe in der Stadt Mainz gute Erfahrungen gemacht und schnell den Break Even erreicht, sagt Merkurist-Gründer Manuel Conrad. „Diesen Proof of Concept wollen wir jetzt für unser großflächiges Wachstum nutzen“, so Conrad weiter.

Google News: mit Cards, verwandten Inhalten, ohne Snippets

Google verpasst seinem Dienst „Google News“ neben einem optischen Refresh kleinere strukturelle Veränderungen: Beiträge erscheinen als Cards, aber ohne Textsnippets. Dafür werden Nutzern verwandte Inhalte vorgeschlagen. Metadaten werden als Label prominent fokussiert angezeigt. Ferner erhält der Dienst einen verbesserten Videoplayer, um dem Aufstieg der Videoinhalte Rechnung zu tragen. Vorerst nur in den USA integrierte der Konzern einen Faktencheck. Ob diese Funktion auch in Deutschland bzw. Europa ausgerollt wird, ist derzeit noch unklar.

Push Notifications beleben News Apps

Das Reuters Institute for the Study of Journalism hat den „Digital News Report 2017“ veröffentlicht. Die Studie bringt Licht in den weltweiten digitalen Konsum von Nachrichten. Einige überraschende Ergebnisse: Die Installationszahlen von AdBlockern haben scheinbar ihren Zenith erreicht, News-Videos sind immer noch nicht beliebt und Social Media als News-Source funktioniert nur in den USA wirklich gut. Ebenfalls spannend: 2017 stieg die Nutzung von News Apps enorm an. Dies liege nicht nur an dem „Trump Bump“ sondern auch an der verstärkten Nutzung von Push Notifications durch die Publisher und am Erfolg von Apple News.

Bald eigene Werbeanzeigen auf Apple News ausspielbar?

Apple News funktioniert prächtig, wenn es darum geht, die Reichweite zu erhöhen. Geld verdienen Publisher allerdings noch kaum damit. Dies soll sich nun unbestätigten Quellen zufolge ändern. Apple arbeite an einer Erweiterung, sodass Verlage eigene Werbeanzeigen innerhalb ihres Contents in Apple News einspielen können – und zwar über Dienste, die sie bisher auch schon für Webseiten benutzen wie beispielsweise Google DoubleClick for Publishers. Um die Publisher zu halten und das Angebot weiter auszubauen ist es nötig, dass Verlagen attraktive Erlösmodelle angeboten werden – ein Grund, warum Facebooks Instant Articles zuletzt einige wichtige Verlage verloren hat.

LaterPay: Bereits 3 Mio. verkaufte Spiegel Plus-Artikel

Laterpay, ein Bezahlsystem für Einzelartikel, meldet ermutigende Zahlen: Insgesamt wurden auf Spiegel Online schon drei Millionen Spiegel Plus-Artikel gekauft. Die Paid Content-Artikel kosten meist 39 Cent. Laterpay erlaubt dem Nutzer, seine Einkäufe „anschreiben zu lassen“, d. h. bezahlt wird erst, wenn ein Gesamtbetrag von fünf Euro erreicht ist. Damit sollen Leser an das Konzept von Paid Conent herangeführt werden – in der Hoffnung, dass sie später möglichst Abonnements abschließen. Mit Erfolg: Laut Laterpay kaufen 60 Prozent der bei Spiegel Plus registrierten Nutzer Artikel und erreichen die 5-Euro-Marke. 29 Prozent der registrierten Leser haben diese Hürde schon mehrmals gerissen. In der Praxis zeigt sich Laterpay auch kompatibel mit dem Ziel, Reichweite und somit Werbeeinnahmen zu erhöhen.